Deutschland: Wie halten sich die EU-Länder bei sauberer Heiz- und Kühlung?

Veröffentlichungszeit:

24 Jun,2025


Neue Tools wie das REDI4Heat-Wissensaustauschzentrum bieten einen digitalen Raum, der Mitgliedstaaten und lokalen Behörden dabei hilft, die Komplexität von EU-Richtlinien und deren nationale Umsetzung zu bewältigen. Als Teil des LIFE-Programms wurde das von der EU geförderte Projekt REDI4Heat ins Leben gerufen, um diesen Trend umzukehren – indem es Mitgliedstaaten und lokale Behörden durch Tools, Leitlinien sowie kapazitätsbildende Maßnahmen unterstützt, die darauf abzielen, die Klimaziele der EU in nationale und lokale Maßnahmen umzusetzen.

Können Wärmepumpen dazu beitragen, Europas Gebäude schnell genug decarbonisieren?

Neue Tools wie die REDI4Heat Wissensaustauschzentrum bieten einen digitalen Raum, um Mitgliedstaaten und lokale Behörden bei der Bewältigung der Komplexität von EU-Richtlinien und der nationalen Umsetzung zu unterstützen.

Als Teil des LIFE-Programms, das REDI4Heat Das von der EU finanzierte Projekt wurde gestartet, um diesen Trend umzukehren, indem Mitgliedstaaten und lokale Behörden durch Tools, Leitlinien und Maßnahmen zur Kapazitätsentwicklung unterstützt werden, die darauf abzielen, die Klimaziele der EU in nationale und lokale Maßnahmen umzusetzen.  

Am 24. Juni 2025 veranstaltete das Projekt REDI4Heat ein aufschlussreiches Online-Webinar, das Experten zusammenbrachte, um den weiteren Weg für erneuerbare Heiz- und Kühlsysteme in Europa zu diskutieren.

Rosie Christodoulaki vom Griechischen Zentrum für Erneuerbare Energien und Energieeinsparungen (CRES) hielt den ersten Vortrag, in dem sie den aktuellen Stand der Nationalen Energie- und Klimapläne (NECPs) darlegte und maßgeschneiderte Empfehlungen zur Verbesserung von Strategien für erneuerbare Heiz- und Kühlsysteme gab. Ihr Vortrag beleuchtete fünf Mitgliedstaaten – Griechenland, Polen, Portugal, Kroatien und Deutschland –, die jeweils Fortschritte sowie einzigartige Herausforderungen aufweisen.

Griechenlands aktualisiertes NECP zeichnet sich durch eine mutigere Ausrichtung aus, als bisher erwartet: Bis 2030 sieht es einen Anteil erneuerbarer Energien in Gebäuden von 72,2 % vor – deutlich über dem indikativen EU-Ziel von 49 %. Die Elektrifizierung steht im Mittelpunkt dieser Initiative, insbesondere durch den breiten Einsatz von Wärmepumpen. Zu den Maßnahmen zählen ein Verbot neuer Ölbrenner ab 2025 sowie die verpflichtende Beimischung von 30 % Biodiesel zum Heizöl ab 2030. Bis 2050 strebt Griechenland an, 84,1 % der Wärme- und Kälteversorgung aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.

Polen hat einen ehrgeizigeren Plan vorgelegt als in seinem Entwurf von 2023, mit klaren Zielen, die ihn nahe an den EU-Durchschnitt bringen. Der Schwerpunkt liegt darauf, fossile Brennstoffe schrittweise auslaufen zu lassen und erneuerbare Energien im Wohnsektor zu stärken. Polens Plan spiegelt eine strategischere Ausrichtung auf die EU-Richtlinien wider als frühere Bemühungen.

Portugal hat zwar die Energieverbrauchsziele aus früheren Entwürfen beibehalten, jedoch seine Ambitionen im Bereich erneuerbare Energien verbessert. Das Land liegt nach wie vor über dem EU-Durchschnitt beim Endenergieverbrauch, näherte sich aber den EU-Zielen für den Anteil erneuerbarer Energien bei Heizung und Kühlung deutlich an, was auf eine solide Abstimmung zwischen Ambition und Kapazität hindeutet.

Kroatiens NEKP weist starke Anstrengungen aus, insbesondere mit seinen erhöhten Energieverbrauchszielen, die deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen. Allerdings bleibt der Anteil erneuerbarer Energien bei Heizung und Kühlung weiterhin unterdurchschnittlich. Diese Lücke deutet auf die Notwendigkeit gezielter Investitionen in erneuerbare Infrastruktur sowie unterstützender Förderprogramme hin.

Deutschland, Europas größte Volkswirtschaft, hat beachtliche Fortschritte bei den Energieverbrauchszielen erzielt, bleibt jedoch beim Ausbau erneuerbarer Energien für Heizung und Kühlung weiterhin hinter den Anforderungen zurück. Der prognostizierte Anteil erneuerbarer Energien liegt nach wie vor unter dem EU-Durchschnitt und verdeutlicht damit einen wichtigen Bereich, in dem die Politik beschleunigt werden muss.

In allen fünf Ländern ergab die Analyse gemeinsame positive Trends: umfassendere Strategien, Anpassung an EU-Rechtsvorschriften und verbesserte Transparenz. Dennoch bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Lücken zwischen Zielen und tatsächlicher Umsetzung, unzureichender Finanzierungsmechanismen sowie eines Mangels an klar definierten Zeitplänen für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.

Christodoulakis' Analyse wurde im Rahmen des EU-Gesetzgebungspakets eingebettet, insbesondere der Richtlinie für erneuerbare Energien (RED III), der Energieeffizienzrichtlinie (EED) und der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD). Diese drei Texte bilden das Rückgrat von Europas Dekarbonisierungsstrategie.

Während die Richtlinie für erneuerbare Energien nun eine verbindliche jährliche Steigerung der Nutzung erneuerbarer Energien für Heizung und Kühlung von 1,1 % von 2026 bis 2030 vorsieht, verpflichtet die Energieeffizienzrichtlinie zu einer jährlichen Senkung des Energieverbrauchs um 1,9 % sowie zur Renovierung von jährlich 3 % des öffentlichen Gebäudebestands.

Die EPBD legt den Grundstein für einen vollständigen Ausstieg von Heizkesseln mit fossilen Brennstoffen bis 2040 und verpflichtet alle neuen öffentlichen Gebäude ab 2028, ab 2028 emissionsfrei zu sein. Jede dieser gesetzlichen Regelungen erfordert nicht nur eine Abstimmung der politischen Maßnahmen, sondern auch die Umsetzungskapazität vor Ort – ein zentraler Bereich, in dem REDI4Heat einen spürbaren Beitrag leistet.

Nach diesem politikorientierten Vortrag stellte Silvia Remedios von der spanischen Energieagentur ADENE das REDI4Heat-Wissensaustauschzentrum vor, eine digitale Plattform mit mehreren praktischen Tools, darunter die Heat-Transition-Toolbox und der Policy Tracker, die entwickelt wurden, um regulatorische Informationen leichter zugänglich zu machen und eine evidenzbasierte Planung zu unterstützen.

Remedios betonte, dass die Plattform Zusammenarbeit statt Vergleich fördert und somit einen konstruktiven Raum für gegenseitiges Lernen bietet.

Die abschließende Präsentation stammte von Esteban Gas von Solar Heat Europe, der die wichtigsten Ergebnisse der Replikationsworkshops von REDI4Heat vorstellte, die in Belgien, Frankreich und den Niederlanden stattfanden. Diese Sitzungen testeten die Tools und Methodiken des Projekts in realen Anwendungsszenarien und förderten den Dialog zwischen Akteuren auf nationaler und lokaler Ebene.

Die Workshops haben gezeigt, dass zwar die Kontexte in ganz Europa erheblich unterschiedlich sind, viele der Hindernisse für erneuerbare Heiz- und Kühlsysteme jedoch gemeinsam sind. Gas stellte fest, dass frühzeitige Beteiligung, klare Leitlinien und kollegiales Lernen besonders wirksam sind, um lokale Akteure dabei zu unterstützen, die Verantwortung für den Übergangsprozess zu übernehmen.

 

Das Urheberrecht liegt bei: https://www.ehpa.org/

 

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